Ein Strandspaziergang – Camps Bay, Cape Town.              19. Juli 2005

- ein Spaziergang am Strand – allein – wenn man aufmerksam beobachtet schenkt einem diese Welt tausend Wunder; 500 Meter Strand genügen 2 wachsamen Augen und einem träumenden Hirn diese Welt als Wunder zu betrachten ... als lebendiges Wunder, das ständig neue Wunder hervorbringt; weißer Sand, an beiden Enden riesige grau-weiße Felsen, an denen das Meerwasser in den verschiedensten Farben zerschellt. Blau, weißer Schaum... kurz bevor sich eine Welle bricht, erlaubt sie uns einen Blick in ihr inneres, weißer Schaum, so grell durch die Sonne erleuchtet, dass man die Augen zusammenkneifen muss, und je weiter man an der Welle hinunterblickt, desto stärker werden die Farben in ihr, erst fast transparent über leuchtend helles Türkisgrün, bis hin zu einem geheimnisvoll dunklen blau, welches uns so sehr fasziniert, Meerblau, letztendlich eine Reflektion des Himmels, bevor beides, Himmel und Ozean weit draußen am Horizont zusammen eins werden.

Der Mensch steht weit draußen vor dieser Linie, den Blick in die Ferne gerichtet, hört er das Rauschen und Krachen der Wellen und lässt sich verzaubern. Fühlt das Wunder, egal ob jung oder alt, schwarz oder weiß, Mann oder Frau, hier an diesem Ort fühlen wir uns alle seltsam, irgendwie geborgen, zu Hause, sicher.... und doch, gleichzeitig spüren wir diese Neugier, diese Sehnsucht in die Ferne schweifen zu können, alles hinter sich zu lassen, zu vergessen, einfach loszulassen und fortzuschweben, fort bis hin zu jenem geheimnisvollen Punkt an dem Himmel und Erde eins werden, an den Punkt, den wir niemals erreichen können, denn egal wie schnell wir uns bewegen, er wird uns niemals näher sein als hier am Strand.

So gehen wir stattdessen am Strand entlang, träumen von diesem Punkt dort draußen und hinterlassen unsere Spuren im Sand. Tausende von Spuren, Tausende von Menschen, Geschichten, Gedanken und Schicksalen. Und doch führen alle diese Spuren nur in eine Richtung, so wie wir letzten Endes nur ein Leben führen wie jeder andere. Wir werden geboren, hinterlassen unsere Spuren, und sterben wieder. Die Spuren werden, wie die Spuren im Sand, von der Zeit verwischt, die einen schneller, die anderen etwas langsamer, aber letztendlich verschwindet jede Spur, jeder von uns lebt gleich bedeutend oder unbedeutend, wir sind alle gleich, denn keiner! Von uns wird jemals eine Spur zu jenem Punkt hinterlassen, an dem Himmel und Erde eins werden... keiner von uns!!!

Wir alle gehen nur auf dieser Erde spazieren, so wie wir am Strand spazieren gehen, wir alle hinterlassen unsere Spuren nur für eine gewisse Dauer und kein Mensch wird jemals, egal was er tut eine andere Spur hinterlassen. Uns allen wurde das gleiche Leben, ein Leben, geschenkt. Egal ob wir schwarz, weiß, Mann oder Frau, Muslim oder Christ sind, wir hinterlassen alle die gleichen Spuren, die auf die gleiche Weise wieder verschwinden.

Warum also gibt es Hass, Neid, Wut, Streit, Krieg, wenn wir doch alle nur wieder verschwinden?? Warum erkennen wir es nicht, dass der Spaziergang einfacher und schöner ist, wenn man ihn mit Freude und Liebe geht. Erst dann werden wir fähig sein, die 1000 anderen kleinen Wunder zu erkennen, die uns das Leben oder ein Strandspaziergang schenken können.....

21.4.07 19:03

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